Steinklee. Pionierpflanze... 1/09

„Pionierpflanze“ Steinklee

Sollen dürftige Böden, wie geräumte Baustellen, Ödland oder ähnliche Flächen für eine Nutzung mit dem Anbau von Obst, Gemüse und Zierpflanzen vorbereitet werden, ist als erste Maßnahme eine sog. Bodenverbesserung empfehlenswert.

Sehr gut geeignet ist dafür die Bestellung im ersten Jahr mit Steinklee, auch Bokharaklee oder Hubamklee (lat. Name: Melilotus albus). Er kommt weiß und gelb blühend vor, gehört der Pflanzen- familie „Leguminosen“ an und ist somit ein Stickstoffsammler. Die Pflanze zeichnet sich durch eine sehr große Genügsamkeit und ein besonders tiefgehendes Wurzelwachstum (bis 2 m und tiefer) aus. Sie ist in der Lage, auch noch auf sehr kargen Standorten zu gedeihen. Sie kann die tieferen Bodenschichten lockern, den Boden mit Humus anreichern und mit Stickstoff versorgen. Dank dieser Eigenschaften gilt der Steinklee noch heute als Pionierpflanze.

Bereits im Landwirtschafts- Lexikon des Jahres 1888 (Verlag P. Parey, Berlin) wird Steinklee wie folgt charakterisiert: „Bokharaklee gedeiht auf jeder Bodenart, widersteht der Dürre und ist gegen Frost unempfindlich. Sein Anbau ist … auf den leichtesten Sandböden berechtigt“. Später urteilt
Prof. E. KLAPP (Futterbau und Grünlandnutzung. Verlag P. Parey, Berlin 1951): „Es gibt keine Pflanze, die auf sandigen, kiesigen, steinigen, flachgründigen und dürren – aber stets kalkhaltigen – Böden … so bodenbefruchtend zu wirken vermag wie der Steinklee“.

Kultur: Die Kultur ist aufwendiger als bei anderen Gründüngungspflanzen. Wer sich aber dieser Mühe unter-zieht, darf eine große Nachhaltigkeit dieser Maßnahme erwarten. Zum Vorgehen bei einem Anbau von Steinklee gibt es folgende Empfehlungen (KLAPP, E.: Lehrbuch des Acker- und Pflanzenbaues. 1954. TIEMANN, A. in: Handbuch der Landwirtschaft, Band 2. 1953):
Aussaat im Frühjahr, vorher kalken.
Aussaatmenge etwa 30 g je 10 m⊃2;. Wegen der harten Schale der Samenkörner ist ein Ritzen zu empfehlen, um den Aufgang zu beschleunigen. Dazu wird der Samen zusammen mit grobem Sand etwas gerieben. Die Schale wird dabei verletzt und das Wasser kann besser eindringen.
Bei einem Reihenabstand von 20 cm ist Unkrautbekämpfung möglich. Breitsaat ist weniger geeignet.
Geschnitten werden sollte zweimal im Knospenstadium..

Achtung: Im zweiten Frühjahr bei mindestens 20 cm Wuchshöhe schneiden. Wartet man diese Wuchshöhe nicht ab, treibt der Steinklee in der Folgekultur als Unkraut!
Nach dem Schnitt möglichst zunächst flach abschälen, nach 1-2 Wochen tief umgraben.
Nun kann Bestellung erfolgen, am besten zuerst mit Pflanzgemüse.
Dr. Manfred Willkommen, Frankfurt (Oder) 01/09






Letzte Änderung am Freitag, 8. April 2016 um 17:29:41 Uhr.



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