Igel. Vorsicht... 3/09

Der Igel überwintert auch nach eigener Beobachtung gut im Kompost. Er suchte sich hier einen Platz am Kompostboden etwa 20 cm vom Außenrand entfernt. Deshalb ist jetzt im Vorfrühling beim Umsetzen von Kompost, besonders im Randbereich der unteren Schicht bis etwa in 30 cm Höhe, größte Vorsicht geboten! Man sollte dort den Kompost zunächst nur behutsam portionsweise mit der Grabegabel zur Seite schieben, und dann erst umsetzen. Nur so kann man die Anwesenheit eines Igels mit Sicherheit feststellen ohne ihn zu verletzen, oder ausschließen. Mit jedem Einstechen in den Kompost kann ein unbemerktes Tier jedoch tödlich verletzt werden.

Wurde ein Igel schlafend zusammengerollt entdeckt, lässt man ihn ungestört liegen, bedeckt ihn wieder mit etwas Kompost und sucht gleich einen Platz im Garten, der sich für eine Umquartierung eignet. Die allerbeste Lösung wäre natürlich, den Igel an dem Fundort weiter zu belassen. Schließt man dieses aber aus, sollte versucht werden, ein neues Quartier in allernächster Nähe des Kompostplatzes zu finden. Bestens eignet sich dafür z. B. eine Ecke des Kompostplatzes mit freiem Zugang nach außen

Der schlafende Igel wird mit Grabegabel oder Spaten vorsichtig in sein neues Quartier umgesetzt. Weil er dabei in seiner Schlafstellung verharren kann, wird auch sein Schlaf am wenigsten gestört. Danach baut man die Igelburg behutsam um das Tier im Prinzip etwa so herum, wie in dem Beitrag „Schutz nützlicher Kleintiere im Kleingarten“ auf dieser Internetseite beschrieben. Es muss natürlich keinesfalls unbedingt ein schwerer Steinbau sein, es genügen durchaus eine kleine Holzstiege, ein ausgedienter Korb aus Holzgeflecht oder ein paar Brettstücke passender Größe zusammen gefügt. Bei solchen Behältnissen muss man natürlich immer für einen entsprechenden Ausgang sorgen, damit diese nicht zum Gefängnis werden. Wichtig sind aber vor allem ein sicherer Schutz gegen Nässe, Wind und Zugluft sowie eine ausreichend dicke Schicht Kompost über dem neuen Quartier als Schutz gegen Kälte, denn zu Anfang März ist der Winter noch nicht vorbei.

Nach Angaben in der Literatur verlässt der Igel das Winterquartier erst dann, wenn keine Nachtfröste mehr eintreten.

Dr. Manfred Willkommen, Frankfurt (Oder) 03/09.






Letzte Änderung am Sonntag, 12. März 2017 um 14:20:30 Uhr.



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